Schweizer Käse, lange ein beliebtes Produkt in amerikanischen Regalen, könnte bald zur Rarität werden. Neue Einfuhrzölle und ein schwächelnder US-Dollar belasten einen der wertvollsten Exportmärkte der Schweiz – und das gerade in einem Moment, in dem die Nachfrage neue Höchststände erreicht hat.
Im Jahr 2024 exportierte die Schweiz über 8.700 Tonnen Käse in die Vereinigten Staaten, was einen Wert von 114 Millionen Schweizer Franken ausmacht. Besonders das Gruyère AOP machte nahezu die Hälfte dieses Volumens aus. Doch jüngste handelspolitische Maßnahmen der USA, befeuert durch Trumps wieder aufgelebte Zollpolitik, stellen nun eine Gefahr für diesen Erfolg dar.
Ein Einfuhrzoll von 10 % ist bereits in Kraft, und obwohl ein noch höherer Satz von 31 % vermieden werden konnte, ist der Effekt schon spürbar. Amerikanische Einzelhändler zögern, neue Bestellungen aufzugeben, und Schweizer Produzenten spüren bereits die Auswirkungen.
Happy Liberation Day America!🇺🇸❤️ The unfair trade practices on the US:
50% tariff from the EU on American dairy 📈
700% tariff from Japan on American rice
300% tariff from Canada on American butter & cheese🧈
We deserve to be treated fairly, and any country that is angry,… pic.twitter.com/iHWXuw8rlS— TR G – The Royal Grift (@TheRoyalGrift) April 2, 2025
Zölle gefährden das Exportwachstum
Deutsche Exporteure kennen das Muster genau – US-Zölle können selbst robuste Märkte schnell ins Wanken bringen. Wie bei vielen EU-Lebensmitteln kann die Navigation durch das Zolldickicht in den USA Märkte über Nacht verändern. Schweizer Hersteller wie Emmi und Appenzeller Käse halten zwar weiterhin am amerikanischen Markt fest, warnen jedoch, dass die gestiegenen Kosten letztlich an die Konsument*innen weitergegeben werden. Der schwache Dollar verschärft das Problem zusätzlich, indem er die Gewinnspannen der Schweiz schmälert und die Erträge aus hochwertigen Exporten drückt.
Obwohl 2024 eines der stärksten Jahre für Schweizer Käseexporte darstellte – mit einem Wachstum von fast 8 % – gibt es nun berechtigte Sorgen, dass das gewisse Momentum ins Wanken geraten könnte. Branchenkenner wie Philippe Bardet vom Gruyère betonen zwar den Premium-Charakter des Käses, geben aber zu, dass die aktuelle Unsicherheit die Nachfrage dämpft.
Für ein Land, in dem nahezu 40 % des Käses exportiert werden, sind die Einsätze hoch. Schweizer Käse mag in den USA weiterhin seinen Premium-Ruf besitzen, doch politische und wirtschaftliche Veränderungen bestimmen zunehmend, welchen Wert dieser Ruf letztlich hat.
